Ein Tag
Das Leben in unserem Kindergarten ähnelt dem Miteinander einer großen Familie.
Der Tag ist rhythmisch gegliedert und verbindet Freispiel mit gemeinsamen Aktivitäten, hauswirtschaftlichen Tätigkeiten, künstlerischem Arbeiten, Bewegung und Naturerlebnissen.
Ankommen und Freispiel
Ab 7:00 Uhr kommen die Kinder in ihrer ganz eigenen Stimmung an – manche noch verträumt, andere schon voller Tatendrang.
In der anschließenden Freispielzeit folgen sie ihren eigenen Impulsen. Es entstehen kleine Spielgemeinschaften in der Puppenstube, im Kaufladen, am Maltisch oder auf der „Baustelle“. Zum Spielen stehen vor allem natürliche, „unfertige“ Materialien bereit: Holzscheiben, Äste, Steine, Wurzeln, Tücher und vieles mehr.
Durch die Fantasie der Kinder verwandeln sich diese Dinge in Schiffe, Häuser, Verkaufsstände oder gemütliche Höhlen. Das Material bleibt offen – das Kind bestimmt, was daraus wird. So erlebt es Selbstwirksamkeit und Kreativität.
Gleichzeitig bereiten die Erzieherinnen sichtbar und achtsam den Tag vor: Es wird Brot gebacken, Obst geschnitten oder gekocht. Die Kinder helfen gerne mit – sie binden sich Schürzen um, rühren Teig oder decken den Tisch. Das gemeinsame Tun ist ein selbstverständlicher Teil des Vormittags.
Aufräumen und Morgenkreis
Ein Flötenton kündigt das gemeinsame Aufräumen an. Jedes Kind übernimmt eine kleine Aufgabe – Tische und Stühle werden getragen, Materialien sortiert und der Raum wieder in Ordnung gebracht.
Im anschließenden Morgenkreis erleben die Kinder:
- ein „Goldtröpfchen“
- ein Fingerspiel
- Kreisspiele
- den jahreszeitlich gestalteten Reigen mit Liedern und Versen
Die Kinder folgen dabei den Bewegungen der Erzieherin nachahmend – entsprechend ihrem Alter und ihren Fähigkeiten.
Gemeinsames Frühstück
Nach dem Händewaschen versammeln sich alle am Tisch. Zwei ältere Kinder helfen beim Decken.
Das Frühstück beginnt mit einem Spruch. In dieser ruhigen Atmosphäre üben die Kinder durch Vorbild und Nachahmung:
- Tischkultur
- Geduld
- Achtsamkeit
- Teilen und Gemeinschaft
Zeit in Garten und Wald
Ein fester Bestandteil unseres Alltags ist die Zeit im Freien. Im Garten wird gebuddelt, geklettert, geschaukelt oder im Weidenhäuschen gespielt. Die Kinder helfen bei der Gartenarbeit und erleben die Natur unmittelbar.
Im angrenzenden Wald sammeln wir Holz, schnitzen oder entdecken Tiere und Pflanzen. Oft sind es kleine Dinge – ein Käfer, eine Feder oder ein besonderer Stein –, die zum Staunen einladen. Die Haltung der Erzieherinnen wirkt dabei vorbildhaft und prägt den achtsamen Umgang mit der Natur.
Märchenkreis und Mittag
Den Abschluss des Vormittags bildet der Märchenkreis. Ein ausgewähltes Märchen wird über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen täglich erzählt. Die Wiederholung schenkt den Kindern Sicherheit und ein tiefes inneres Erleben.
Um 12:00 Uhr genießen alle gemeinsam ein frisch zubereitetes, vollwertiges Mittagessen.
Von 13:00 bis ca. 13:45 Uhr findet eine Mittagsruhe statt. Nach einer kleinen Teepause gibt es nochmals Spielzeit, bevor spätestens um 16:00 Uhr alle Kinder abgeholt werden.